• Das Apollo zeigt „Je prie que tout cela passe comme le vent” von Benjamin Dobó und ANAFEE FÄNZNICK
    ©  Benjamin Dobó

    Das Apollo zeigt „Je prie que tout cela passe comme le vent” von Benjamin Dobó und ANAFEE FÄNZNICK

    Vernissage 20. März. 2026 / 18.00 Uhr
    Apollo – Ausstellungsraum der Kunsthochschule Mainz

    Willkommen / Einführung
    Gloria Igabe
    Kunsthochschule Mainz

    „JE PRIE QUE TOUT CELA PASSE COMME LE VENT“
    Erinnerung, Träume und das Ungesagte formen Bewegungen, denen gefolgt werden will. Von Osten nach Westen, fast flüsternd, begleitet Mais je prie toujours que tout cela passe comme le vent den Fortgang wiederkehrender Geschichte(n), sich erstreckend von der Sahelzone bis zum Mittelmeer. Subsaharische Reisende teilen alltäglich gewordenes, ihr Selbstbild und ihre Wahrnehmung prägend; reflektieren über Vergebung und Vergessen. Der Projektion bleiben sie visuell verwehrt, neue Bilder treten an ihre Stelle: Menschen, die selbst Verdrängung und Entwurzelung erfuhren, verkörpern die Erzählenden. In der Sphäre zwischen dieser Anordnung von Gedächtnis und Präsenz entfalten sich Geschichten, die das koloniale Kontinuum als geteilte Erfahrung sichtbar machen. Digital nachgezeichnete Gesten und Züge im Ausdruck der Portraitierten lassen die Betrachter:innen innehalten, zuhören und Zeug:innen einer Replik von Realität werden – durch Gitter getrennt von den Bildern, auf sich zurückgeworfen im spiegelnden Glas. Hierin entsteht ein Raum, der Ungedachtes denken und überholtes verlernen lässt.

    Benjamin Dobó studiert an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste sowie der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe sowie zeitbasierte Medien an der Kunsthochschule Mainz. Seine Arbeit ist begleitet von intensiven Recherche- und Dokumentationsprozessen und getragen von spartenübergreifendem Austausch als Form des Sammelns. Seit mehreren Jahren setzt er sich mit totalitären Machtstrukturen, Unterdrückungsmechanismen, Territorialansprüchen und Fragen gedanklicher Freiheit in gesellschaftlichen Wandlungsprozessen auseinander.

    Anafee Fränznick ist Menschenrechtsjuristin mit Schwerpunkt auf den Rechten von Menschen auf der Flucht, Grenzgewalt sowie Fragen europäischer und sozialer Verantwortung. Sie studierte in Groningen, Fribourg, Berlin und Amsterdam, wo sie zur Gewährleistung humanitärer Hilfe für die Zivilbevölkerung während bewaffneter Konflikte am Beispiel Syriens forschte. Außerdem arbeitete sie für Ärzte ohne Grenzen (MSF), den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und das European Center for Constitutional and Human Rights.

    Ihre Zusammenarbeit wurde an zahlreichen Filmfestivals und Institutionen gezeigt u. a. beim Filmfestival Locarno, Kunstverein Kassel und im Haus der elektronischen Künste Basel. Die letzte Videoarbeit „You call me my friend, you call it love, but I can‘t trust you“ wurde mit dem Polit Art Zone Preis ausgezeichnet. Aktuell entsteht eine recherchebasierte Arbeit zur Ära Assad in Syrien. Die Auseinandersetzung mit Unterdrückung und Widerstand artikuliert sich als Tasten nach den Rissen in den Konzepten von Identität und Zugehörigkeit.

    Flyer
    „JE PRIE QUE TOUT CELA PASSE COMME LE VENT“

    Laufzeit
    21.03. – 15.04.2026

    Öffnungszeiten
    Mittwoch und Samstag
    jeweils von 15 bis 18 Uhr.

    Ort
    Apollo@Ollohof
    Boppstraße 42,
    55118 Mainz

    Bildnachweis/Textnachweis
    Apollo, Benjamin Dobó, Text/Grafik, 2026 ©  Benjamin Dobó, Kunsthochschule Mainz, Robert Meyer